Zeit zum Auftanken

13. Juli 2018

Hallo ihr Lieben,

Ich habe mich lange nicht mehr bei euch gemeldet, das kommt diesmal nicht davon, dass ich im Krankenhaus bin und es mir nicht gut geht. Sondern es ist das komplette Gegenteil. Mir geht es gerade wirklich super und ich bin viel unterwegs, damit es zu Hause auf Dauer nicht langweilig wird.
Nachdem ich nach meinem turbulenten Krankenhausaufenthalt ein paar Tage Pause hatte bekam ich vor ca drei Wochen am Montag meine nächste Chemo. Die Chemo bekam ich allerdings erst am Nachmittag, weil ich am Vormittag noch einen neuen Port bekommen habe, der alte funktionierte ja nicht mehr. Vor der Mini-Op mit örtlicher Betäubung hatte ich ziemlich Angst, aber nur weil der Arzt mir beim letzten Mal ziemlich weh getan hatte. Diejenigen, die vielleicht nicht so gerne Ärzte, Krimi oder Horror Filme, beziehungsweise Sendungen schauen, sollten die nächsten zwei Absätze jetzt überspringen. 🙂

Wenn die Ärzte den Port einsetzten oder bevor sie es tun muss ein Schlauch durch eine passende Ader, die zum Herzen verläuft, eingesetzt werden. Das machen sie indem sie so eine Art Draht nehmen und den durch die Ader schieben, die sie ausgewählt haben. Mit dem Draht schauen sie, ob der Weg bis kurz vorm Herzen sozusagen frei ist. Wenn der Draht dann endlich an der richtigen Stelle ist wird der Schlauch einfach über den Draht gezogen und liegt dadurch an der richtigen Stelle. Anschließend wird der Draht entfernt und der Port eingesetzt. Schlauch und Port miteinander verbunden und zack ist die Op vorbei.

Bei mir war es beim ersten Mal so, dass ich gespürt habe, wie der Draht durch meine Achselhöhle geschoben wurde, da ging es aber irgendwie nicht weiter, aber der Arzt hat es immer wieder probiert. Irgendwann, weil ich dabei solche Schmerzen hatte, habe ich darum gebeten, dass das ein anderer Arzt macht, der auch sofort zur Stelle war. Der neue Arzt hat es dann komischerweise auf Anhieb geschafft und ohne mir dabei weh zu tun. Deshalb hatte ich jetzt bei der zweiten Op wieder solche Angst.

Auf jeden Fall haben mich die Ärzte an dem Montag dann so abgeschossen, dass ich die ganze Zeit, als ich die Chemo danach bekommen habe, geschlafen habe. Am nächsten Tag weiß ich nur durch Erzählungen, dass ich irgendwie zu viele Schmerzmittel bekommen habe, die meine Mama zum Glück reduziert hatte. Ich war an dem Tag wieder weg und wollte gar nichts, nichts essen und trinken und meinte, dass ich meine Mama nicht sehen kann, obwohl sie vor mir saß. Der Tag war mal wieder einer der Tage, die ich gerne vergessen würde. Auch wenn ich mich nicht erinnere, finde ich es schrecklich, wenn ich durch Medikamente, Dinge zum Beispiel zu meiner Mama sage, die irgendwie verletzend sind, auch wenn sie weiß, dass ich das nicht so meine und unter Medikamenten stehe.

Nach diesem Tag ging aber alles Berg auf. Ich kann mich wieder besser bewegen und auch laufen. Meine Schmerzmittel konnte ich auch schon halbieren, wodurch ich mich viel frischer und klarer im Kopf fühle. Krankengymnastik bekomme ich jetzt auch, was mich körperlich sehr unterstützt. Ich habe das Gefühl, dass gerade alles rückläufig ist, genauso wie mein Tumor. Das sehen wir allerdings erst im nächsten CT.
Letztes Wochenende war ich am Sonntag mit meiner Mama und Bodo in der Hafencity, wo wir sehr lecker gegessen haben. Es war wie ein kurzer Urlaub. Am Montag war ich abends auf Janinas Geburtstagsparty in Lüneburg, auch wenn es nur zwei Stunden waren, war es toll einfach alle meine Freunde aus Lüneburg mal wiederzusehen. An der Ostsee war ich mit Vanessa und meiner Mama am Dienstag nachmittag. Dort haben wir bei Gosch gegessen und haben anschließend etwas geshoppt.

Hafencity 8.7

Geshoppt habe ich in letzter Zeit mit meiner Mama sehr viel, aber diesmal haben wir verschiedene Tücher gekauft. Ich habe nämlich meine Haare abrasieren lassen von meiner Lieblings Friseurin Trixi, die extra nach Feierabend zu uns nach Hause gekommen ist. Mit den Tüchern wickle ich mir Turbane, das habe ich von einer Freundin aus dem UKE gelernt, mit der ich mir beim letzten Krankenhausaufenthalt das Zimmer geteilt habe. Mit den Tüchern um Kopf ist es oft luftiger als mit Mütze oder meiner Perücke, deshalb brauchte ich unbedingt Nachschub an potenziellen Tüchern.

Wie ihr seht oder lest geht es mir montan wirklich gut und am Wochenende mache ich sogar einen Kurzurlaub mit meinem Papa und Susanne an die Ostsee. Also um mich braucht ihr euch momentan keine Gedanken machen. Es is
t gerade einfach alles spitzenmäßig und ich genieße das schöne Wetter.

 

Zum Schluss noch, lieber spät als nie, vielen lieben Dank für die ganzen Glückwünsche. Nehmt es bitte nicht persönlich, wenn ich euch nicht oder noch nicht geantwortet habe. Ich habe ziemlich viele Nachrichten bekommen und habe anschließend etwas den Überblick verloren.

Kristin XO

Ostsee

Kommentare

Hallo Süße – wir vermissen Dich – wann kommst Du und in München besuchen? Grüße Michael

Liebe Krissy! Wie schön zu lesen, dass es dir viel besser geht. Wir drücken alle Daumen, dass es jetzt so gut bleibt!
LG, Marie, Lina, Birgit & Olli

Das klingt mega! So schön von dir zu hören und dann auch noch mit so guten Nachrichten! LG Kim

Du Süße Maus du.. Ich wünsche dir ein wunderschönes Wochenende! Es wird jetzt steil bergauf gehen ❤️

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