Uschi hat Kinder bekommen

7. Juli 2019

Hallo ihr Lieben,
ihr könnt euch bestimmt vorstellen, was jetzt kommt oder habt bestimmt eine Vorahnung, wovon mein neuer Beitrag handelt. Tumore können, wie ihr bestimmt alle wisst, streuen, wenn sie nicht behandelt werden. Es kann, aber muss nicht so sein. Doch so wie mein Schicksal es wollte, hat Uschi (mein Osteosarkom im Becken) sich gedacht, dass es doch schön wäre, wenn es noch mehr von ihr in meinem Körper geben würde.

Letzten Montag, den 1. Juli 2019 hatte ich einen neuen CT-Termin, wo geschaut wurde, was die Bestrahlung gebracht hat. Ich war an dem Tag sehr zuversichtlich und hatte große Hoffnungen. Doch in meinem Kopf schwirrten immer die Gedanken rum, dass Uschi größer geworden ist. Ich habe deshalb meine Gedanken umgeändert in: dass der Platz, an dem Uschi nicht mehr ist, größer geworden ist, denn mein Motto ist ja unter anderem immer positiv denken.

Am 2. Juli 2019, also einen Tag später, hatte ich das dazugehörige Gespräch mit meinem Onkologen. Ich war wieder guter Dinge, obwohl die Gedanken immer noch in meinem Kopf umschwirrten, die ich aber versucht habe beiseite zu schieben. Wie es dann nun einmal im Wartezimmer der Praxis ist, es wird alles ganz genau beobachtet, wenn der Arzt nach vorne an den Tresen kommt. Schaut er positiv, ist er bedrückt oder lächelt er sogar und dann die dazugehörige Frage möchte er mir irgendwie zeigen, ob Uschi kleiner geworden ist oder das Gegenteil? An diesem Mittag hat er mich angelächelt und ich war eigentlich guter Dinge, bis ich in seinen Behandlungsraum kam, er sich am Hals gekratzt hat und dabei nicht glücklich wirkte. – Die Diagnose lautet: Uschi ist an sich nicht größer geworden, was sehr positiv ist und heißt, dass wir sie im Zaum halten können. Allerdings hatte Uschi Lust „Kinder zu bekommen“, das heißt es haben sich Metastasen gebildet. Es ist leider nicht nur eine, sondern es sind mehrere in der Lunge, ich weiß allerdings nicht wie viele, eine ist in der Milz und noch eine hat sich in der Leber gebildet. Allerdings sind sie nur 1cm bis 1,5cm groß. Wie ihr euch vorstellen könnt, ist für mich in dem Moment die Welt zusammengebrochen. Mein erster Gedanke war, okay, jetzt ist es das Ende. Deine ganzen positiven Gedanken und was du noch alles für dich getan hast, waren umsonst. Aber komischer Weise war ich, nachdem ich einmal ordentlich geweint habe, sehr gefasst und beruhigt. Vielleicht kommt es aber auch dadurch, dass mein Bauchgefühl, was ich nicht wahrhaben wollte, mich schon darauf vorbereitet hat. Natürlich ist es extrem Sch****, aber was soll ich denn machen? Mich in meinem Zimmer verkriechen und aufgeben? 

Wie ihr mich wahrscheinlich schon kennt, ist das natürlich das Letzte, was ich machen würde. Es ist nämlich noch lange nicht das Ende! Ich bekomme jetzt eine Chemotherapie in Tablettenform, die ich jeden Tag schlucken muss. Und damit werden die „Kinder von Uschi“ hoffentlich in Schach gehalten und vielleicht gehen sie sogar wieder zurück, was allerdings eher unwahrscheinlich ist. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt! 

Ihr fragt euch bestimmt, wie es mir jetzt geht? Ich muss ehrlich sagen, dass ich momentan manchmal geknickt bin und auch weine. Und natürlich werde ich auch in jeder erdenklichen Situation daran erinnert, ob in Filmen oder Büchern. Irgendwo stirbt immer jemand, einer oder eine erkrankt an Krebs und meistens sterben sie oder sie sind schon Tod und sind irgendwelche Eltern von den Hauptcharakteren. Das nervt mich – ehrlich gesagt – momentan extrem, aber die Krankheit Krebs wird nun einmal immer mehr behandelt in der Öffentlichkeit, was ja auch gut ist. Aber momentan brauche ich einfach gaaannnz viele positive Gedanken. Ich schaffe es mittlerweile auch wieder positiv zu denken und mich gesund zu sehen. Ich bin nämlich immer noch der felsenfesten Überzeugung, dass ich das alles schaffen werde. Denn meine Zukunft habe ich schon vor Augen und werde sie auch trotz des neuen Umwegs weiterverfolgen. Im August oder im November, das steht noch nicht fest, werde ich eine Ausbildung/Studium zur Heilpraktikerin machen und dabei die Osteopathie lernen. Ich habe sehr lange überlegt, was das Richtige für mich ist und habe es endlich gefunden. 

Also ihr Lieben, aufgeben gibt es in meiner und eurer Welt nicht, auch wenn es ab und zu mal schwierig ist. Ich stehe immer wieder auf und gehe weiter. Ich hoffe, ihr begleitet mich weiterhin auf meinem Weg und seht mich genauso, wie ich es tue, jetzt und in der Zukunft gesund.

Fühlt euch gedrückt und lasst wegen mir nicht euren Kopf hängen, denn das Leben ist viel zu schön und sollte in vollen Zügen genossen werden. Ihr hört von mir!

XO Kristin  

Kommentare

Liebe Krissy,
Du bist großartig!
Ich bin immer für Dich da!!!!
Lg Johanna Schrum

Ich drücke dir weiterhin die Daumen! 🙂

Liebe Krissy,
wir senden dir ganz viele positive Gedanken und weiterhin viel Kraft!
LG, Marie, Lina, Olli & Birgit

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