Drei Wochen Krankenhaus

26. Juni 2018

Hallo ihr Lieben,

Tut mir leid, dass ihr so lange nichts von mir gehört habt. Die letzten drei Wochen waren nicht gerade einfach für mich und meine Familie. Die letzte Chemo war härter als erwartet und gerade als ich zwei/drei Tage zu Hause war, musste ich aufgrund von Nasenbluten wieder ins Krankenhaus. Das kam, weil ich in der Aplasie/Zelltief war und dazu auch noch Blutverdünner genommen habe. Dieses bescheuerte Nasenbluten hat mich 2 Wochen im Krankenhaus gelassen, wo ich mit einem Pilz auf der Lunge entlassen wurde. In den letzten drei Wochen ist also ziemlich viel passiert und es wurde nie langweilig.

Die Chemo lief über vier Tage verteilt, in der Zeit habe ich jeden Tag eine kurze Chemo über gefühlt eine Stunde bekomme und danach noch eine über ungefähr vier Stunden. Die Ärzte haben mir vorher gesagt, dass man durch durch die Chemo oft verwirrt oder sowas wie in der Art von verrückt wird. Der erste Tag verlief noch ganz normal. Am zweiten Tag habe ich das erste Mal gemerkt, dass sich irgendetwas in meinem Kopf verändert hat, aber das war nur minimal. Ab dem dritten Tag kann ich mich ab dem Nachmittag an nichts erinnern. Am vierten Tag war es am Morgen ziemlich schlimm für mich, weil genau das eingesetzt hat, was die Ärzte vorher gesagt hatten. Ich hatte in verschiedenen Welten gedacht und in diesen Welten konnte ich manchmal nicht wechseln. Es ist schwierig darüber zu sprechen beziehungsweise es zu beschreiben, wie ich gedacht habe. Am nächsten Tag kam dann die Krönung. Ich bin in der Nacht gestürzt, weil ich aufstehen wollte, nicht voll bei Sinnen war, und mir dann die Beine einfach weggeknickt sind. Der folgende Tag war noch schlimmer, weil ich mich an die Nacht erinnern konnte und übern Tag noch etwas in „meinen Welten“ gefangen war. Am Tag fünf wollten wir nach Hause gehen, weil wir am kommenden Tag den 80 Geburtstag von meiner Oma nachfeiern wollten. Ich fühlte mich aber im Kopf noch ziemlich verwirrt beziehungsweise ich war halt in „meinen Welten“. So habe ich mich vorm Arzt ziemlich doll konzentriert, damit ich wieder nach Hause darf, was auch geklappt hat. Zuhause bin ich am Donnerstag den ganzen Tag im Bett geblieben und habe probiert aus diesen Welten hinauszukommen, die ich vor meinen Augen gesehen habe. Ich habe oft bei meiner Mama geweint, weil ich einfach diese Welten, in die ich oft noch gerutscht bin, gehasst habe und diese einfach loswerden wollte. Selbst nach dem Geburtstag von meiner Oma, der sehr schön war, waren diese Welten, in denen ich gefangen war, nicht weg. Mit der Zeit aber wurde es immer weniger und es wurde auch immer seltener, dass ich in die Welten geswitched bin, bis es mittlerweile aufgehört hat und nur in seltenen Momenten wieder auftaucht.
Nachdem es mit den anderen Welten besser wurde, bekam glaube ich an einem Dienstagabend Nasenbluten, das eine Problem war, dass ich Blutverdünner nehme und das andere Problem war, dass ich in der Aplasie-Phase war (auch genannt Zelltief). Dadurch kann man das Nasenbluten sehr schlecht stoppen, was wir allerdings geschafft haben. Leider, ist ein bisschen ekelig, lief mir das Blut, was wie ein Schleim war, im Hals runter. Aufgrund dessen sind wir dann ins Krankenhaus gefahren, aber eigentlich nur in der Hoffnung, dass wir dort eine Blutreserve von Thrombozyten bekommen. Das habe ich allerdings nicht bekommen, sondern zwei riesen Tamponaden in die Nase, die mindestens 24h drinnen bleiben müssen. Die Nacht über haben Mama und ich in der Notaufnahmevom Uke geschlafen. Die nächste Nacht habe ich in der HNO Abteilung verbracht, wo ich die riesen Tamponaden endlich los wurde. Da ich leider Fieber bekommen hatte, musste ich noch auf die Stadtion der Hämatologie, wo ich die restlichen zwei Wochen war. In dieser Zeit hatte ich die ganze Zeit Fieber und einen hohen CRP-Wert. Da warendie Ärzte lange auf der Suche, warum mein CRP-Wert so hoch ist und ich Fieber habe. In der Zeit kamen die Ärzte auch kurzer Hand auf die Idee, dass mein Port das Problem ist, weil der nicht mehr spülbar war. Vorher haben es auch nochmal wirklich vier Leute probiert, ob mein Port nicht doch geht, dabei hatte ich auch echt ziemliche Schmerzen. Danach wurde mein Port noch abends entfernt. Allerdings war mein Port doch nicht das Problem, er hatte einfach nicht mehr funktioniert. Im Grunde haben sie dann irgendwann herausgefunden, dass ich einen Pilz auf der Lunge habe. Dafür musste ich zum CT und es wurde eine Lungenspülung durchgeführt. Leider kann ich nur ein Mittel gegen den Pilz nehmen, weil ich gegen das andere allergisch bin. Bei dem jetzigen Medikament bekomme ich leider mittlerweile nur ab und zu Fieber, weil es eine einfache Nebenwirkung vom Mittel ist. Bis sie im Krankenhaus das endlich rausgefunden haben, mussten leider zwei Wochen vergehen. Jetzt bin ich seit letzter Woche zu Hause und probiere mich zu erholen. Fußball gucken darf momentan natürlich nicht vergessen werden. Morgen am Dienstag geht es dann weiter mit der Chemo und ich bekomme einen neuen Port. Dieses Mal ist die Chemo allerdings ambulant, das heißt, ich darf an dem Tag noch wieder nach Hause und die nächste Chemo ist dann in der Woche darauf.

Jetzt müsstet ihr wieder auf dem aktuellen Stand sein und wenn ihr Fragen habt, dann gerne her damit. Ich wünsche euch noch eine wunderschöne Woche!

XO Kristin

Kommentare

Hey Krissy, das hört sich ja alles nicht so super an. Ich wünsche dir eine gute Erholung und viel Kraft für die nächste Zeit. Fühl dich ganz doll gedrückt! Ganz viel Liebe aus Rostock 😘💕💕

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