Dialyse. Im Ernst?

12. Mai 2019

Hallo ihr Lieben,
kennt ihr das auch? Ihr denkt, es wird endlich alles gut. Ihr seid auf dem Weg der Besserung und ihr könnt euer Ziel schon riechen? Aber dann kommt wider Erwarten ein neues Ereignis auf einen zu, welches einen aus der Bahn wirft. Anschließend muss ein neuer Weg gesucht werden, der einen wieder auf seinen vorgesehenen Weg zurückbringt oder es muss sogar ein ganz neuer Weg eingeschlagen werden, wobei sich vielleicht auch das Ziel ändern könnte.

Ich wusste zwar, dass meine Nierenfunktion schlecht ist und mir war bewusst, dass ich vielleicht irgendwann deshalb zur Dialyse muss. Mir war allerdings nicht klar, dass es plötzlich doch so schnell gehen kann. Ende März, Anfang April kurz vor Beginn der Bestrahlung bekam ich den Anruf meines Nephrologen, dass meine Nierenwerte sich radikal verschlechtert haben und ich umgehend in die Notaufnahme kommen soll. Nachdem ich einige Tage im UKE verbracht habe und ich eigentlich dachte, ich dürfte demnächst wieder nach Hause nahm das Blatt seine Wendung. Meine Nierenfunktion hat sich leider in der Zeit nicht verbessert und im Hinblick darauf, dass ich die nächsten sechs Wochen Bestrahlung bekommen werde und dass meine Nierenfunktion sich nicht in kürzester Zeit wieder erholen wird, gab es nur noch die Option Dialyse. Das hieß zuallererst, ich muss noch ungefähr eine weitere Woche im Krankenhaus bleiben. Da übers Wochenende im UKE in Bezug auf meine Behandlung nichts Weiteres geplant war, durfte ich aber übers Wochenende nach Hause. Darüber war ich auch sehr glücklich, denn an diesem Wochenende war der Junggesellenabschied von meiner Schwester und auch der Junggesellenabschied von meinem zukünftigen Schwager geplant. Die wollte ich natürlich nicht verpassen und auch in vollen Zügen mitgenießen. Nach dem wunderschönen Wochenende musste ich aber wieder zurück ins UKE, wo am Montag meine Operation geplant war. Für die Dialyse wird nämlich ein Zugang benötigt, der zwei Ausgänge hat. Durch den einen Ausgang wird das Blut aus dem Körper gepumpt und danach in einer Maschine gefiltert und durch den zweiten Ausgang beziehungsweise in diesem Fall Eingang wird das Blut wieder zurück in den Körper gebracht. Da in einer sehr kurzen Zeit sehr viel Blut durchgefiltert wird, müssen die Adern und der Zugang das auch hergeben. In dieser Operation habe ich gleich zwei neue Zugänge bekommen. Am Handgelenk habe ich einen sogenannten Dialyseshunt bekommen. Dort wurde eine Vene auf eine Aterie gesetzt beziehungsweise die wurden beide miteinander verbunden. Durch dieses Vorgehen wird die Blutzufuhr durch die Vene erhöht und sie weitet sich weiter aus, was übrigens auch an meinem Handgelenk sichtbar ist. Es breitet sich die Vene, aber nicht nur aus, sondern es ist auch ein pulsierendes Rauschen spürbar, wenn jemand seine Finger über den Shunt legt. Was nach meiner Meinung sich wirklich wahnsinnig anfühlt, aber auch etwas unheimlich ist, da es wirklich so deutlich spürbar ist. Dieser Shunt ist allerdings erst circa 5 Wochen nach der Operation einsatzfähig, weil sich die Blutzufuhr mit der Zeit noch weiter ausbaut. Deshalb brauchte ich vorrübergehend auch noch einen Katheter mit zwei Ausgängen, der aber wieder, sobald der Shunt einsatzfähig ist, entfernt wird.
Mittlerweile bin ich wieder zu Hause und muss dreimal die Woche zur Dialyse für vier Stunden. Momentan bin ich dabei immer noch sehr erschöpft, weshalb ich die ganze Zeit schlafe, aber das wird sich mit der Zeit verbessern. Zum Glück muss ich dafür nicht ins UKE, sondern kann zu meinen Nephrologen gehen, der ungefähr 15 Minuten von mir entfernt liegt. Ob sich meine Nierenfunktion nochmal verbessert,weiß ich nicht. Es kann sein, aber es kann auch eben nicht sein. Solange ich aber momentan bestrahlt werde, ist dreimal die Woche die Dialyse geplant.

Dieses neue Durcheinander hat mich mal wieder ziemlich aus der Bahn geschmissen, aber wie ihr mich mittlerweile kennt, lasse ich den Kopf nicht hängen. Ich kann meine Träume und Ziele weiterhin verfolgen. Ich muss jetzt vielleicht ab und zu umdenken und mein Leben um die Dialyse planen oder auch anders gesagt die Dialyse nach meinen Plänen richten. Es wird vielleicht vieles nicht einfacher, sondern benötigt mehr Aufwand, wie zum Beispiel einen Urlaub zu planen. Aber ich denke, es ist trotzdem alles möglich, dann wird halt geschaut, wo in der Nähe meines Traumurlaubs eine Dialysestation ist und zum Beispiel auf Kreuzfahrten gibt es diese schon immer öfter. Meine Ausbildung oder mein Studium, dass ich im Oktober beginnen möchte? Das geht natürlich auch während der Dialyse, denn diese kann ich auch späten Nachmittag/Abend machen. Es hat sich natürlich schon wieder viel verändert und es ist vielleicht auch wieder etwas komplizierter geworden, aber hey… ich lebe und kann weiterhin meine Ziele verfolgen und das ist das Einzige, was zählt.

Kristin XO

Kommentare

Krissy, du bist der stärkste und positivste Mensch, den ich kenne. <3

… ich habe gehört, dass Dialyse in München total super sein soll! Wir alle freuen uns auf Dich und sind total stolz, dass wir mit Dir sein dürfen!!!!!

Hahahaha guter Versuch 😀 <3

Es ist wirklich beeindruckend! Ich dreh fast am Rad, weil mich der Umzug so überrollt und du meisterst alles, was auf dich einschlägt, so beeindruckend. Ich habe wirklich einen riesigen Respekt vor dir! Drück dich!

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