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Hi ihr Lieben,

ich bin Kristin und 22 Jahre alt. Als kleines Kind bin ich mit meiner älteren Schwester Ann-Katrin/Aki in einem kleinen Dorf aufgewachsen. Unser Haus befand sich am Ende einer Sackgasse und hatte einen schönen großen Garten, in dem ich als Kind mit meiner Schwester oder Freunden*innen sehr viel gespielt habe. Bis zur fünften Klasse hatte ich ein normales Leben. Der Übergang von Grundschule zum Gymnasium war holprig. Aber ich hatte viele Freunde, bin shoppen gegangen, also habe Didl Blöcke, Kuscheltiere oder Süßigkeiten, wie zum Beispiel Center Shocks, gekauft.

In der sechsten Klasse änderte sich mein Leben komplett. Ich hatte oft Fieber, das plötzlich verschwand und am nächsten Tag wieder da war. Keiner hatte eine Idee, was der Auslöser war, bis im Oktober 2008 die Diagnose Leukämie feststand. Die Therapie ging direkt einen Tag nach der Diagnose los. Oft machten mir die Nebenwirkungen der Therapie zu schaffen, aber ich blieb immer stark und wusste, dass ich wieder gesund werde. 2009 stellte sich leider, da meine Werte nicht besser wurden, heraus, dass ich eine Knochenmarktransplantation brauchte. Ich hatte auf der Suche nach einem Spender großes Glück, da meine Schwester der perfekte Spender für mich war.

Nach der Transplantation ging alles bergauf und ich wurde wieder ganz gesund. Dank meiner großen Familie, die durch meine Krankheit immer enger zusammengewachsen ist, habe ich diese schwere Zeit gut meistern können. Seitdem habe ich mit meiner Schwester ein ganz anderes Verhältnis, weil sie ein Teil von mir ist, ihr Blut in meinen Adern fließt und ich ohne Sie vielleicht heute nicht mehr hier wäre.

Nachdem ich endlich gesund war, bin ich wieder zur Schule gegangen, was manchmal nicht ganz einfach war, weil manche meine Situation nicht nachvollziehen konnten. In den Momenten und auch in den Monaten davor konnte ich erkennen, wer wirklich meine Freunde sind. Ich bin sehr dankbar, dass sie auf dem Weg zum Abi und darüber hinaus an meiner Seite waren/sind, wie meine beste Freundin Vanessa. Sie ist einfach immer für mich da. Trotz einiger Schwierigkeiten nach meinem Wiedereinstieg in die siebte Klasse, habe ich mein Abitur unter denselben Bedingungen, wie alle anderen geschrieben und auch bestanden.

Nach meinem Abitur 2016 habe ich angefangen Grundschullehramt mit der Fächerkombination Mathematik und Sachunterricht in Lüneburg an der Leuphana Universität zu studieren. In meinem zweiten Semester bin nach einem Semester pendeln in eine 1-Zimmerwohnung in Lüneburg und ein Jahr später mit einer sehr guten Freundin zusammen direkt an die Uni gezogen. Durch den Umzug nach Lüneburg musste ich leider mit einigen Hobbys aufhören…

Mit drei Jahren hatte ich meine erste Ballettstunde. Seitdem gehört Tanzen zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Vor meinem Studium habe ich Ballett, Jazz, HipHop und vier Jahre lang Standardtanz gemacht. Neben dem Tanzen lese ich unheimlich viel, treffe mich gerne mit meinen Freunden und backe sowie koche gerne. Achja, und ich lache sehr gern und viel. 😉

Meine Familie liegt mir sehr am Herzen. Ich habe neben meiner leiblichen Schwester noch viele Stiefbrüder, eine Stiefschwester, zwei Schwägerinnen und einen zukünftigen Schwager. Mittlerweile bin ich sogar schon zweimal Tante geworden. Ich glaube, ich kenne keine Familie, die so eng zusammengewachsen ist wie unsere, und das weiß ich sehr zu schätzen. Ich habe sie alle unheimlich doll lieb. <3

Kurz bevor ich nun offiziell als 10 Jahre gesund gelten durfte, wurde bei mir im letztes Jahr im Frühling, also 2018, erneut die Diagnose Krebs gestellt. Nach einigen Untersuchungen stellte sich heraus, dass ich ein Osteosarkom im Becken habe. Einige Monate zuvor wurde bei mir bereits die Fehldiagnose Stressfraktur diagnostiziert. Dadurch hatte der Tumor noch ein bisschen mehr Zeit in meinem Körper zu wachsen, bis glücklicherweise ein Arzt im Bethesda Krankenhaus bei einem Kontroll MRT beim Vergleich von Bild und Diagnose stutzig wurde und mir noch einmal Kontrastmittel gespritzt hatte. Dieser Arzt hat mir vielleicht mit mein Leben gerettet oder es mir zurückgegeben. Da diese Diagnose natürlich noch nicht reichen sollte, stellte sich noch zusätzlich heraus, dass sich in meiner Brust ebenfalls ein Tumor gebildet hat, der allerdings nicht komplett bösartig war. Dieser Tumor wurde erst einmal entfernt und die Aufmerksamkeit wieder meinem Becken geschenkt. Durch die späte Diagnose des Osteosarkoms war der Tumor schon sehr groß und hatte ungefähr eine Größe von 9cm. Nachdem der Therapieplan stand, ging auch schon die erste Chemo los. Leider haben die ersten Chemos den Tumor nicht verkleinert, er ist sogar noch einmal gewachsen auf 11cm. Daraufhin wurde die Therapie geändert und der Tumor ist kleiner geworden. Eine Operation stand am Anfang noch zur Debatte, allerdings hätte die in Münster durchgeführt werden müssen, da dort die Spezialisten für Osteosarkome sitzen. Mittlerweile hat sich aber herausgestellt, dass für mich keine Operation infrage kommt, da die Ärzte dies nicht verantworten könnten. Es müsste zu viel Knochen ersetzt werden, was mir im Anschluss große Schmerzen verursacht hätte. Ich hätte auch nicht wieder alleine laufen könnte.

Natürlich war dies für mich am Anfang ein großer Schock, aber ich bin jetzt im Nachhinein sehr glücklich über diese Entscheidung. Als nächstes steht noch einmal Bestrahlung an und danach geht es wahrscheinlich mit Tabletten weiter, die den erneute Tumorwachstum stoppen. Natürlich ist in der Zeit dazwischen noch vieles bei mir passiert, aber das könnt ihr gerne, wenn ihr euch dafür interessiert, in meinen Blogbeiträgen genauer durchlesen. Dort findet ihr auch alle aktuellen News und was mir noch gerade durch den Kopf tigert und mich bewegt. Herausforderungen werden auf jeden Fall in Zukunft nicht ausbleiben… Aber mit so einer tollen Unterstützung ist alles möglich, daher auch der Name meines Blogs – laugh, love, fight!

Viel Spaß beim Lesen, ich freue mich über Kommentare, Emails, Fragen,…

XO Kristin